Zu viel Müll und Gerümpel in der Wohnung kann außerordentliche Kündigung des Vermieters rechtfertigen
Das LG Nürnberg-Fürth hat die Berufung gegen ein Urteil des AG Neustadt/Aisch zurückgewiesen, in welchem dieses eine von den Vermietern ausgesprochene Kündigung, die auf den verwahrlosten Zustand der Wohnung gestützt war, für berechtigt ansah (Az. 7 S 7084/16).
Beglaubigung eines Grundbuchgesuchs durch ausländischen Anwalt
Der EuGH entschied, dass die Mitgliedstaaten den Notaren die Vornahme von Beglaubigungen der Echtheit von Unterschriften auf Urkunden, die für die Schaffung oder Übertragung von Rechten an Liegenschaften erforderlich sind, vorbehalten können (Rs. C-342/15).
Keine grenzüberschreitende Vollstreckung von notariellen kroatischen Vollstreckungsbefehlen
Der EuGH entschied, dass die von kroatischen Notaren ausgestellten Vollstreckungsbefehle grundsätzlich nicht als Europäische Vollstreckungstitel bestätigt werden und in anderen Mitgliedstaaten als gerichtliche Entscheidungen anerkannt und vollstreckt werden dürfen (Rs. C-484/15 und C-551/15).
Kein Recht auf Vergessenwerden für die im Gesellschaftsregister eingetragenen personenbezogenen Daten
Nach Ansicht des EuGH gibt es kein Recht auf Vergessenwerden für die im Gesellschaftsregister eingetragenen personenbezogenen Daten. Die Mitgliedstaaten können jedoch nach Ablauf einer hinreichend langen Frist nach der Auflösung der betreffenden Gesellschaft in Ausnahmefällen einen beschränkten Zugang Dritter zu diesen Daten vorsehen (Rs. C-398/15).
Erfolglose Verfassungsbeschwerde gegen die Notariatsreform Baden-Württemberg
Das BVerfG entschied, dass die Reform des Notariatswesens in Baden-Württemberg nicht gegen Art. 33 Abs. 5 GG verstößt (Az. 2 BvR 2524/16).
Donnersbergkreis hat schlüssiges Konzept für angemessene Unterkunftskosten nach dem SGB II
Der Donnersbergkreis kann die Gewährung von Unterkunftskosten für Leistungsempfänger nach dem SGB II ("Hartz IV") nach vorheriger Kostensenkungsaufforderung auf den angemessenen Anteil begrenzen, weil er diesen mit Hilfe eines schlüssigen Konzepts im Sinne der Rechtsprechung des BSG ermittelt. So entschied das LSG Rheinland-Pfalz (Az. L 3 As 137/14).
Einfachere Produktblätter zumeist begrüßt
Wertpapierexperten haben die Absicht der Koalition, mit vereinfachten Produktinformationsblättern die Aktienkultur in Deutschland zu fördern, überwiegend positiv beurteilt. Das ging aus einer öffentlichen Anhörung des Finanzausschusses im Bundestag zum "Entwurf eines Zweiten Gesetzes zur Novellierung von Finanzmarktvorschriften auf Grund europäischer Rechtsakte" (Zweites Finanzmarktnovellierungsgesetz - 18/10936) hervor.
Kartellrecht an Digitalisierung angepasst
Der Ausschuss für Wirtschaft und Energie im Bundestag hat umfassende Änderungen am Kartellrecht beschlossen. Mit dem von den Koalitionsfraktionen zuvor mit Änderungsanträgen abgeänderten Entwurf eines Neunten Gesetzes zur Änderung des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (18/10207) sollen Konsequenzen aus der zunehmenden Digitalisierung der Wirtschaft gezogen werden. Die Bestimmungen für das Wettbewerbsrecht sollen damit auch auf sog. Startups ausgeweitet werden.
PapageienArche e.V. darf Papageien verwahren
Vor dem OVG Nordrhein-Westfalen haben der Kreis Herford und der Verein PapageienArche e.V. einen Vertrag über die Überlassung von rund 20 - unter Artenschutz stehenden - Papageienvögeln geschlossen (Az. 8 A 827/15).
Keine Auskünfte über Hintergrundgespräche der Bundeskanzlerin und des Bundeskanzleramtes im Eilverfahren
OVG Berlin-Brandenburg entschied, dass ein Journalist einen Anspruch auf Auskünfte über die Praxis der sog. Hintergrundgespräche der Bundeskanzlerin und des Bundeskanzleramtes mit Medienvertretern nicht im Eilverfahren durchsetzen kann. Die Arbeitsabläufe im Bundeskanzleramt bei der Planung, Durchführung und Dokumentation von Gesprächen mit Medienvertretern müssten erst näher aufgeklärt werden (Az. OVG 6 S 1.17).
